Andrzej Zaborski †

* 7.10.1942 in Krakau/Polen, † 1.10.2014

Nachruf

Das Institut für Afrikawissenschaften der Universität Wien bedauert sehr, die traurige Nachricht über den Tod von Prof. Andrzej Zaborski weitergeben zu müssen. Zaborski wurde am 7. Oktober 1942 in Krakau geboren und studierte ab 1960 Arabistik, Semitistik und Afrikanistik an der Uniwersytet Jagielloński. 1976 erwarb er mit der Habilitationsschrift „Das Verb im Kuschitischen“ die Lehrbefugnis für „Hamito-Semitistik“ (afroasiatische Sprachen) und 1984 habilitierte er sich auch an der Universität Wien für Afrikanistik. Nach Anstellungen als Assistent, assoziierter Professor und außerordentlicher Professor an der Abteilung (später Institut) für Orientalische Philologie wurde er im Jahr 2000 ordentlicher Professor und gleichzeitig Direktor der Abteilung für afroasiatische Philologie in Krakau. Als Spezialist des von ihm vertretenen Faches war Zaborski international vernetzt und anerkannt. Er nahm an mehr als 130 Konferenzen teil und hat über 200 Publikationen verfasst. Als der Afrikanist Hans Günther Mukarovsky als erster Vorstand des kürzlich von der Ägyptologie getrennten und nun selbständigen Wiener Instituts für Afrikanistik Zaborski im Dezember 1979 zunächst als Gastlektor, dann als Dozenten, gewinnen wollte, war das der Beginn einer Reihe von Lehrverpflichtungen, die der Wissenschaftler aus Polen in den 1980er und 1990er Jahren in Wien angenommen hat. Zaborski bot in Wien Lehrveranstaltungen über kuschitische Sprachen (Somali und Oromo) und Amharisch, sowie zur Grammatik von semitischen Sprachen oder zu den Literaturen Äthiopiens an. Bis 1999 scheint er auch im Lehrveranstaltungsangebot des Instituts für Orientalistik der Universität Wien (z. B. Aramäisch) auf. Mit dem plötzlichen Ableben von Prof. Andrzej Zaborski hat niemand gerechnet. Afrikanistik und Orientalistik haben mit ihm einen produktiven Wissenschaftler verloren, der sich besonders um das Wissen über afroasiatische Sprachen verdient gemacht hat.

Institut für Afrikawissenschaften der Universität Wien, 8. Oktober 2014

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