Orale Literatur in Sibine (Sumray) – 29 Erzählungen und Fabeln über Menschen und Tiere im zentralen Tschad  /  

Orale Literatur in Migama – 7 Erzählungen und Fabeln über Menschen und Tiere im zentralen Tschad

Orale Literatur in Sibine (Sumray) – 29 Erzählungen und Fabeln über Menschen und Tiere im zentralen Tschad  /  

Orale Literatur in Migama – 7 Erzählungen und Fabeln über Menschen und Tiere im zentralen Tschad

Orale Literatur in Sibine (Sumray) – 29 Erzählungen und Fabeln über Menschen und Tiere im zentralen Tschad  /  

Orale Literatur in Migama – 7 Erzählungen und Fabeln über Menschen und Tiere im zentralen Tschad

ISBN 978-3-89645-604-5

Orale Literatur in Sibine (Sumray) – 29 Erzählungen und Fabeln über Menschen und Tiere im zentralen Tschad / Orale Literatur in Migama – 7 Erzählungen und Fabeln über Menschen und Tiere im zentralen Tschad

Faksimile-Reproduktion eines Manuskripts aus dem Jahr 1993, Übertragungen ins Deutsche mit thematischen Schlüsselwörtern

Author: Eleonore Adwiraah, Herrmann Jungraithmayr. Series edited by: Norbert Cyffer, Herrmann Jungraithmayr, Rainer Voßen. Series edited in collaboration with: Ulrike Zoch.

Series: Westafrikanische Studien Volume 43

2021
14 pp. Roman, 340 pp.
2 maps, Part I: 287 pp. text in facsimile reproduction, Part II: 53 pp. text in facsimile reproduction
E-book
€ 49.80
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Einführung zu den Erzählungen in Sibine (Sumray)

Die folgenden Erzählungen der Sumray wurden im Winter 1975/76 in N’Djaména, der Hauptstadt der Republik Tschad, auf Tonband aufgenommen und vor Ort mit Unterstützung der Erzähler von Herrmann Jungraithmayr und Assan Idriss ver­schriftlicht und ins  Französische übersetzt. Die Erzähler waren Lidna Ngarbasa, Kidkandargi Ouargi, Ouaina Boussou, Made Nemsigui, Assan Idriss und Frau Dodoum; in Lai/Logone standen vor allem Alphonse Ouiminaou,  Alphonse Darginy und Desiré Badna als Sprach­assistenten zur Verfügung. Die wissenschaftliche  Bearbeitung und Präsent­ation, wie sie nun vorliegt, hat Eleonore Adwiraah in den früher 90er-Jahren des 20. Jahrhunderts geleistet.

Von den hier vorgestellten 29 Erzählungen wurden  sieben bereits 1981 in einer freien Übersetzung im  Band Märchen aus dem Tschad im Verlag Eugen Diederichs in seiner Reihe Die Märchen der  Weltliteratur veröffentlicht.

Die Sumray (Soumraye, Somrai, Somré), die ihre Sprache Sibine nennen, leben im Zweistromland  (Zwischenstromland, zwischen den Flüssen Logone im  Westen und Schari im Nordosten), südöstlich von N’Djaména, im Zentrum der Republik Tschad, etwas  südlich des 10. Breitengrades (s. Kartenskizze 1). Die  Zahl der Sprecher des Sibine beträgt rund 5.000  (www.dbpedia.org 1993, letzter Zugang 3.8.2021). Zu  den frühesten Nachrichten über die Ethnien und  Sprachen des Zweistromlandes zählt vor allem, was Gustav Nachtigal in seinem Monumentalwerk Sahara  und Sudan Band II in den Kapiteln 4 bis 7 berichtet. Als Gast des Sultans von Bagirmi, Abu Sekkin, den er  1872 auf dessen Sklavenjagd in die südlich von Busso/Schari gelegenen „Heidenländer“, zu denen auch das der „Somrai“ zählte, begleitet. Der heutige Hauptort der Sumray, Domogou, liegt etwa 5 km nördlich von Gubugu, dem Rastplatz Nachtigals im Lande der Sumray.

Das Sibine besitzt ein – bereits geschwächtes –  Ablautsystem, die Zahl der Ton­ebenen hat sich auf  drei erhöht; phonologisch ist die Existenz von zwei  zentralen Vokalen, nämlich Ə  und Ʌ, bemer­kenswert. Bezüglich der Markierung der Tonhöhen dieser beiden zentralen Vokale ist zu beachten, dass sie bei Ə aus technischen Gründen im Inhaltsverzeichnis ent­fallen muss.

Die Forschungen in der Republik Tschad zwischen 1971 und 1978 wurden vor allem von der Deutschen  Forschungsgemeinschaft (Bonn) gefördert. Dafür sowie für die Unterstützung der wissenschaftlichen Aufarbeitung und Präsentation der Texte durch Eleonore Adwiraah sei hier unser herzlicher Dank ausgedrückt. Dank sei hier auch für die vielfältige Unterstützung seitens staatlicher Stellen in der  Republik Tschad zum Ausdruck gebracht. Nicht zuletzt, nein: vor allem gilt unser tief empfun­dener Dank all  den Erzählern und Erzählerinnen, die uns die Geschichten und Fabeln ihres Volkes anvertraut haben. Es ist eine dringende Aufgabe der Afrikanistik, dieses  wertvolle Kulturgut afrikanischer Menschen vor dem  Vergessenwerden zu retten.


Einführung in die Erzählungen in Migama (Sprache der Migami)

Die folgenden Erzählungen der Migami wurden in den Jahren 1972 und von 1973 in N’Djaména, der  Hauptstadt der Republik Tschad, sowie in Bongor/Logone, süd­östlich von N’Djaména,  aufgenommen. Die Erzähler und Sprachassistenten waren Makail Mahamat, Halal Haroun, Damine Abdoullaye, Yves Terap und Abakar Adams. Die  wissenschaftliche Bearbeitung und Präsentation der  Texte, hat Eleonore Adwiraah in den frühen 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts geleistet.

Migama wird von rund 40.000 Migami (Sing. Migamu)  östlich der Präfektur­hauptstadt Mongo (s. Kartenskizze  2) im Osten der Republik Tschad gesprochen. Die Migami, auch unter dem arabisierenden Namen  „Djonkor d’Abou Télfane“ bekannt, leben in 22 Dörfern, von denen vor allem Baro genannt sei, in einer als Abu  Telfan bekannten Landschaft. Ihre Lebensgrundlage  besteht aus Ackerbau und Vieh­zucht.

Unsere Aufnahmen geben den Dialekt von Baro wieder. In Baro befindet sich auch seit etwa 80 Jahren eine katholische Mission. Die meisten Migami haben den Islam – vor allem von den im Osten benachbarten  Dadjo – angenommen. Daneben spielt aber auch noch  der traditionelle Margai-Kult (zóòrá) eine bedeutende  Rolle.

Das Migama zählt – zusammen mit dem nordöstlich  benachbarten Mubi (von Mangalme) sowie dem weiter  westlich gesprochenen Mokilko (s. Band 42 der West­afrikanischen Studien) – zu den sprachgeschichtlich  konservativsten Vertretern der tschadischen Sprachfamilie. Grammatik und Lexik zeichnen sich durch reichen stamm­internen Ablaut (Apophonie) und  reiche Suffixmorphologie, die auch das Genus betrifft – z.B. Singular maskulin -u, feminin -a, Plural -i – aus;  der Ton – Hoch und Tief – spielt dagegen nur eine  untergeordnete Rolle.

Für die nachhaltige Unterstützung unserer  Forschungsarbeiten im Tschad sei der Deutschen  Forschungsgemeinschaft Anerkennung und Dank  ausgesprochen. Den Erzählern und einheimischen  Sprachassistenten, vor allem Herrn Dr. Abakar Adams,  der uns auch in Marburg zur Verfügung stand, sei für  die vortreffliche Zusammen­arbeit herzlich gedankt.  Herrn Rüdiger Köppe gebührt ein besonderer Dank  dafür, dass er mit großem Einsatz diesen Schatz von  Erzählungen aus dem zentralen Tschad der  Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat.

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