Lexikon der Afrikanistik

Lexikon der Afrikanistik

Afrikanische Sprachen und ihre Erforschung

Edited by: Herrmann Jungraithmayr, Wilhelm J.G. Möhlig.

1983
351 pp.
1st edition (Dietrich Reimer Verlag Berlin)
Text language(s): German
Format: 150 x 210 mm
420 g
Paperback
€ 25.80

Das bereits 1983 vorgelegte Lexikon ist inhaltlich auf den subsaharanischen Raum ausgerichtet, also das sogenannte Schwarzafrika. Dies entspricht der facheigenen Definition der deutschsprachigen Afrikanistik. Die Logik dahinter ist unter anderem, dass im deutschsprachigen Raum die linguistische Beschäftigung mit den nordafrikanischen Ländern eine besondere wissenschaftliche Zusatzausbildung in Arabisch und den Berbersprachen erfordert. Diese Studien- und Forschungsfelder werden hierzulande traditionell nicht von der Afrikanistik, sondern von der Orientalistik / Berberologie und Arabistik abgedeckt. —

Bedingung für eine Aufnahme in den Personenteil des „Lexikons der Afrikanistik“ war seinerzeit, dass der darin behandelte Forscher bereits verstorben, sein Lebenswerk also vollendet war. Dies veranlasste den damaligen Ordinarius für Afrikanistik in Köln, Oswin Köhler, zu einem heftigen Wutausbruch gegenüber seinen akademischen Schülern in Köln, die das Lexikon mitherausgaben – da er diese Bedingung selbst einfach nicht erfüllen konnte, um berücksichtigt zu werden. —

Seit 1983 sind nun hunderte von thematisch einschlägigen Veröffentlichungen in Aufsatz- und Buchform erschienen – allein etwa die über 820 Titel unseres Verlages. Diese Datenfülle und die für jede einzelne der afrikanischen Sprachfamilien hinzugewonnenen Erkenntnisse sind zu umfangreich, um sie wissenschaftlich hinreichend und in überschaubarer Zeit redaktionell zu sammeln und herauszugeben. Dies wäre fast möglich, wenn das Fach Afrikanistik nicht in den letzten Jahren zunehmend marginalisiert und auf eine einfachere Afrika-(Bindestrich-)Linguistik reduziert worden wäre. Inzwischen beinhaltet es auch "Tourismus-Forschung" ohne jede eigene Methode. Es bleibt also zu wünschen, dass sich wieder einmal nach über 30 Jahren ein facheigener Enthusiasmus ergibt, damit sich ein Stab motivierter Herausgeber zusammenfinden kann.

Für den Wissensstand des Jahres 1983 auf jeden Fall ein bahnbrechendes Werk, dessen Personenteil weiterhin aktuell ist.

 

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