Verwandtschaft und Mittelklasse in Ghana

ISBN 978-3-89645-844-5

Verwandtschaft und Mittelklasse in Ghana

Soziale Differenzierung und familiärer Zusammenhalt

Author: Andrea Noll. Series edited by: Heike Drotbohm, Matthias Krings, Nico Nassenstein, Anja Oed, Markus Verne.

Series: Mainzer Beiträge zur Afrikaforschung Volume 43

2019
279 pp.
1 colour map, 5 colour genealogies, 2 b/w genealogies, 4 colour photographs, 2 b/w photographs
Text language(s): German
Format: 170 x 240 mm
620 g
Paperback
€ 49.80 (preliminary quotation)

Klassen sind im gängigen sozialwissenschaftlichen Ver­ständnis familienerfassende und generationenübergrei­fende Kollektive. In afrikanischen Ländern finden sich jedoch häufig „Mehrklassen“-Familien. Die vorliegende Studie, die auf Feldforschung in Ghana, in Liberia und New York beruht, untersucht die vielfältigen Strategien und Praktiken, mit denen die Mitglieder dreier großer ghanaischer Familienver­bände mit sozialer Ungleichheit und Klassendifferenz umgehen. Die lokalen Akteure selbst verstehen Familien als größere, flexible, mehrere Generatio­nen, zahlreiche Mitglieder und unterschiedliche Lebensweisen umfassende verwandtschaftliche Netzwerke.

Was bedeutet die Aneignung von Aufstiegschancen durch formale Bildung und entsprechende Berufe einiger weniger Familienmitglieder für diese Verwandtschaftsgruppen? Wie wird Familie neu definiert und Unterstützung ausgehandelt, die über die Kernfamilie hinausgeht? Welche Faktoren erleichtern oder erschweren die transgenerationelle Weitergabe des neuen Mittelklasse-Status? Um diese zentralen Fragen zu beantworten, untersucht die Autorin, wie die Familienmitglieder selbst Familiengeschichte erinnern und damit den Familienzusammenhalt (re)konstruieren. Wie Gesellschaftsgeschichte und Familiengeschichte ineinandergreifen und wie spezifische historische Konjunkturen Aufstiegsmöglichkeiten bieten oder sozialen Abstieg bewirken: Dies zu zeigen, ist ein zentrales Anliegen des Buchs.

Über die Autorin:

Andrea Noll ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ethnologie und Afrikastudien an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Von 2012 bis 2015 war sie Stipendiatin am Graduierten­kolleg „Gender und Bildung“ an der Stiftung Universität Hildesheim und hat anschließend als Postdoktorandin an der Universität Hamburg gearbeitet. Sie hat Ethnologie, Kulturanthropologie und Romanische Philologie in Mainz und Brüssel studiert.

 

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