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Cover Die Hottentottin

Die Hottentottin

ISBN  978-3-89645-316-7

Vergriffen

Die Hottentottin

Das kurze Leben der Zara Schmelen (ca. 1793-1831). Missionsgehilfin und Sprachpionierin in Südafrika

Ursula Trüper. Mit einem Vorwort von Adam Jones

2000
195 Seiten, 1 Karte, 30 s/w-Fotos, Personen- und Ortsregister
€ 19,43

In diesem Buch stellt die Autorin das Leben der Zara Schmelen dar, die Anfang des 19. Jahrhunderts als Missionsgehilfin ihres Ehemannes - dem Missionar Johann Hinrich Schmelen - in Südafrika wirkte. Zara war eine einheimische Frau, deren Mutter vermutlich aus dem Volk der 'Klein-Nama', der Khoikhoi, stammte. Über Zaras Leben ist bis auf das, was ihr Mann in seinen Tagebüchern und Briefen über sie schrieb, nur wenig bekannt. Geboren wurde sie in Steinkopf, im Nordwesten Südafrikas, einer Region, die als Klein-Namaland bezeichnet wurde. Im Jahre 1814 heiratete sie den Missionar der Londoner Missionsgesellschaft Johann Hinrich Schmelen. Zara brachte vier Kinder zur Welt und lebte bis zu ihrem Tode mit ihrer Familie auf den Missionsstationen Bethanien und Komaggas. Wie auch ihr Geburtsdatum ist ihr genauer Todestag nicht bekannt.

Johann Hinrich Schmelen gilt bis heute als der erste Sprachpionier, der Teile des Neuen Testaments in die Nama-Sprache - das Khoikhoi - übersetzt hat. Doch gab es bereits unter den Zeitgenossen Schmelens Zweifel an seiner Beherrschung des Khoikhoi. Vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Quellen wird deutlich, daß eigentlich seine Frau Zara die Übersetzungsarbeit leistete, eine Leistung, die bislang wenig gewürdigt wurde. So wurde später, unter der Apartheitsregierung Südafrikas, nicht nur Zara Schmelens zentrale Rolle in der Übersetzung des Neuen Testaments in die Nama-Sprache heruntergespielt, sondern ihre Existenz sogar gänzlich geleugnet.

Die Autorin wertet in diesem Buch Briefe und andere historische Quellen der Rheinischen Missionsgesellschaft aus, um dem großen Anteil, den Zara Schmelen an der Pionierarbeit ihres Mannes geleistet hat, späte Rechnung zu tragen. Sie stellt dabei die persönliche Geschichte der Zara Schmelen auf anschauliche Weise in den Gesamtkontext der Geschichte der christlichen Mission in Südafrika und der politischen Entwicklungen zu Anfang des 19. Jahrhunderts.

Rezensionen

Das Buch ist ein wichtiger Beitrag zu einer neuen Sichtweise der Missionsgeschichte an einem konkreten Beispiel: Es vermittelt eine differenzierte Sicht der Aufbrüche, Abhängigkeiten und Verstrickungen der Misionsarbeit und der Missionare in ihrer Zeit.

Christoph Reichel in darum 5/2001 S. 28-29

Und damit sind wir beim eigentlichen Sujet von Trüpers Arbeit. Sie zeigt auf, wie die persönliche Lebensgeschichte einer Vermittlerin zwischen den Kulturen mit der 'größeren' Geschichte der christlichen Mission in Südafrika verwoben ist und wie sich deren Erfolge wiederum nur vor dem Hintergrund interner politischer Entwicklungen in der Region zu Beginn des 19. Jahrhunderts erklären lassen. Daraus ergeben sich überraschende Einsichten in den Prozess der Missionierung: Trüper versteht diesen als dialogisches Bezugssystem und tritt damit überkommenen Sichtweisen entgegen, es habe sich um eine europäische Kultur-Bringer-Mission beziehungsweise, wie missionskritische Betrachter formuliern, um eine Täter-Opfer-Beziehung gehandelt. [...]

Hervorzuheben ist die didaktisch motivierte Gliederung des Bandes in drei Teile, die allerdings gelegentliches Blättern erforderlich macht. Indem Trüper komplexe Sachverhalte anschaulich darstellt und Hagiographisches entstaubt, erschließt sie die Thematik auch Interessierten ohne Fachwissen, zumal sie ihnen mit Zeittafel und separater historischer Einführung vertiefende Informationen an die Hand gibt. Dass sie das relevante Quellenmaterial im Anhang aufgenommen hat, dürfte wiederum diejenigen freuen, denen an historisch-kritischer Lektüre gelegen ist.

Brigitte Reinwald in Frankfurter Rundschau 19.3.2001 S. 6

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